Peinlichkeiten vermeiden

Stell dir vor, du kommst von einem Date oder Geschäftsessen und beim Blick in den Spiegel siehst du, wie sich dekorativ ein Rucolastückchen in deinen Schneidezahnzwischenräumen einkuschelt. Du rechnest plötzlich hysterisch nach, wann du das letzte Mal Rucola gegessen hast. Das war vor drei Stunden zur Vorspeise bei einem der wichtigsten Essen deines Lebens. Und du erinnerst dich, dass du als du dein Gegenüber den ganzen Abend strahlend angelächelt hast, um besonders sympathisch zu wirken…

Jetzt ist der Moment, in dem du am liebsten in ein Loch im Erdboden versinken würdest. Zu spät. Hättest du mal vorher einen Wink bekommen, dann müsstest du diese Peinlichkeit nicht noch Jahre später vor deinem Wohnwagen am ausglühenden Holzkohlengrill vor deinen Enkeln zum Besten geben.

Wie signalisierst du dem anderen, dass er was am Mund hat ohne ihn zu blamieren?

Das solltest du auf keinen Fall tun:

  1. Zeige nicht auf dein Gesicht. Der andere könnte dann verstehen, dass du dich selbst meinst. Wenn du dabei mit dem Zeigefinger stochernde Bewegungen machst, könnte der andere sich bemüßigt fühlen, hinter sich zu blicken.
  2. Zucke nicht mit deinem Mund, um die Aufmerksamkeit deines Kollegen oder Freundes auf den Mund zu lenken. Das wirkt nur unfreiwillig komisch.
  3. Lecke dir nicht selbst die Mundwinkel ab. Das ist eine Bewegung, die schon mal in der Natur vorkommen kann. Und heben dabei bloß nicht deine Augenbrauen, in der Hoffnung, deinem Kollegen so einen “Wink” zu geben.

Lösung: Nutze die Existenz der Spiegelneuronen. Sie sind dafür verantwortlich, dass du fühlen kannst, was der andere fühlt. Das wird angeschoben durch Körpersprache, Verhalten, Stimme, Bewegungen.

Level 1:

Berühre deinen eigenen Mundwinkel. Der andere wird sehen, dass du da gar nichts hast und jetzt vielleicht schon darauf kommen, dass er durch deinen Wink der nahenden Peinlichkeit aus dem Weg gehen könnte.

Level 2:

Wenn er dieses subtile Signal nicht erkannt hat, öffne die Augen kurz ein wenig weiter. Das ist ein Signal, das wir nur bei Angst oder Überraschung zeigen. Das signierst dem anderen sofort, dass etwas nicht stimmt.

Level 3:

Berühre dich leicht am Mundwinkel, öffne die Augen wie bei Level 2 und hebe leicht das Kinn wie ein umgekehrtes Nicken.

Die letzte Möglichkeit, die aber auch fantastisch funktioniert ist, Blickkontakt aufzunehmen, dann die Augen kurz aufzureißen und dann sofort auf den Mundwinkel zu starren. Aber alles vorher Genannte sollte bei einigermaßen aufmerksamen Menschen ausreichen, um sie vor dem Wunsch zu bewahren, später vor ihrem Spiegel vor Peinlichkeit dahingerafft durch das Waschbeckenabflussrohr in die Kanalisation schlüpfen zu wollen.

Hier findest du das Video, in dem zu die Bewegungen genau siehst.

Körpersprachekurs