Die Wut. Das ist ein unglaublich bescheuertes Gefühl. Es bremst uns, wir können nicht mehr denken, wollen am liebsten nur noch jemanden erwürgen. Wahrscheinlich noch jemanden, der vor uns sitzt, weil es genau der ist, der uns gerade wütend gemacht hat. Aber das musst du gar nicht. Es gibt nämlich einen super Trick, wie du deine Wut sofort unter Kontrolle bekommst und keiner sterben wird. Wütend zu sein ist kein schönes Gefühl, da sind wir uns alle einig. Evolutionär gesehen war die Wut ja ganz nützlich. In dem Moment, wenn der Kamm schwillt, hat sich unser Körper bereit gemacht zu kämpfen oder zu fliehen. Oder uns einfach tot zu stellen. Aber heutzutage müssen wir – zumindest in unserer Kultur nicht mehr fliehen. Unser Körper macht sich aber dennoch bereit, so ist er nun mal über hunderttausende Jahre programmiert worden. Dadurch ist unser Gehirn leider so beschäftigt, dass wir nicht mehr richtig denken können und demzufolge auch nicht richtig kontrollieren. Dann passiert es schon mal, dass wir Dinge sagen, die wir nicht gesagt hätten, wenn wir bei Sinnen beweisen wären und die wir später bereuen. Es gibt tausend Gründe, warum wir wütend sein können. Wenn sich jemand mit fremden Federn schmückt. Jemand gibt deine Idee als seine eigene aus und wird dafür auch noch gelobt, erntet die Lorbeeren. Das kann innerlich schon die Messer wetzen lassen. Oder jemand belügt dich, dem du vertraut hast. Oder jemand beschuldigt dich zu Unrecht. Dummheit kann auch wütend machen. Dann aber die Dummheit der anderen, denn unsere eigene merken wir ja gar nicht. Oder du sitzt im Zug und willst dich konzentrieren und vor dir, hinter dir und neben dir schreien die Leute in ihr Handy. Ich bin mir sicher, dass dir noch viele, viele Gründe einfallen, warum man wütend werden kann. Kleiner Hinweis: Ich habe sogar ein Buch darüber geschrieben, es heißt „111 Gründe, einen Mord zu begehen“. Kannst du in meinem Shop bestellen. Da stehen sehr nachvollziehbare Gründe für einen Mord drin. Nervende Schwiegermütter, laubblasende Nachbarn oder Parkplatzwegschnapper. Ein herrliches Buch und nebenbei die konsequenteste Art der Konfliktlösung.

Der Trick, mit dem du deine Wut sofort unter Kontrolle bringst:

Die Hirnforscherin Jill Taylor hat herausgefunden, dass das Gefühl von Wut ein biochemischer Prozess im Körper ist und nach 90 Sekunden vorbei ist.  

Das bedeutet also, rein körperlich ist die Wut nach 90 Sekunden abgebaut. Warum ärgern wir uns aber trotzdem immer weiter und weiter, manchmal bis in die Nacht hinein? Das liegt daran, weil wir die Wut mit den Gedanken immer wieder neu anschubbsen. Es ist wie dieses Kugelschreiberklicken. Du sitzt ein einem Meeting und jemand klickt mit dem Kugelschreiber. Die ganze Zeit. Du merkst, wie du wütend wirst. All deine Gedanken kreisen darum, wie du dem Kugelschreiberklicken Einhalt gebieten kannst. Mit jedem Klicken wird deine Wut neu angeschubbst. Du musst also innerlich STOP sagen. Jetzt bleibt dir nur noch abzuwägen, ob du dem Klicker seinen Kugelschreiber bis zum Anschlag in die Nase rammst oder das Klicken einfach ignorierst. Oder du machst es wie ich zu dem Klicker: „Ja bitte?“ Er: „Was?“ Ich: „Ich dachte, Sie wollten was sagen, weil Sie die ganze Zeit mit dem Kugelschreiber geklickt haben.“ 

Sobald du merkst, dass du wütend bist, schau auf deine Uhr. 90 Sekunden und der Spuk ist vorüber. Nach 90 Sekunden hast du begriffen, dass es dir rein gar nichts bringt, wütend zu sein. Null. Du hast nichts davon. Es bringt dir aber sehr wohl etwas, darüber nachzudenken wie du du ändern kannst, was dich wütend gemacht hat. Oder wie du selber damit umgehen kannst. Oder was du selber darauf lernen kannst. Aber die Wut selber bringt dich keinen Zentimeter weiter. 

Ich wünsche dir wirkungsvollen Erfolg,

Deine Yvonne