Lampenfieber besiegt: Meine erprobte 3-Schritte Formel

Wenn dir vor Lampenfieber die Knie weich werden und sich dein Magen verkrampft: Diese drei Strategien helfen dir, trotzdem souverän aufzutreten und dein Lampenfieber zu besiegen.

Mann liest konzentriert ein Skript

Es gibt diesen Moment. Sekunden vor dem Auftritt. Du stehst da, willst/sollst sprechen, aber dein Körper hat andere Pläne: Die Stimme bricht weg, deine Hände zittern, dein Herz pocht laut.

Herzlichen Glückwunsch, du bist in bester Gesellschaft.

Ich kenne das. Meine Güte, was war ich aufgeregt, als das plötzlich mit den Vorträgen losging.

Nur: Ich habe gelernt, das Lampenfieber zu kanalisieren und für mich zu nutzen. Es ist wie ein aufgeregter Freund, der ruft: „Das hier ist wichtig!“ Leider brüllt er das manchmal so laut, dass ich meine eigenen Gedanken nicht mehr höre. Deshalb habe ich mir Strategien überlegt, um diesem übermotivierten Freund den Ton etwas runterzudrehen. Drei davon verrate ich dir jetzt.

1. Habe einen Plan B für dein Gehirn und dein Gefühl

Ich stand mal auf der Bühne, plötzlich ging die Technik nicht, beim Test ging alles noch (Klassiker). Oder mir ist schon mal ein Knopf auf der Toilette vom Rock geplatzt, weil ich zu hektisch war. Oder ich hatte mal kurz vor dem Vortrag bemerkt, dass sich eine daumendicke Laufmasche das ganze Bein hinaufarbeitete. Seitdem habe ich immer Plan B. Nicht weil ich ihn ständig brauche, sondern weil mein Gehirn dann entspannter in der Hängematte der guten Vorbereitung liegt.

Was könnte schiefgehen? Technik? Stimme? Outfit? Ich habe alles im Griff.

  • Vorbereitete Flipcharts? Als Foto auf dem Handy.
  • Handy weg? In der Cloud.
  • Bluse bekleckert? Zweite im Gepäck.
  • Stift leer? Eigener Flipchart-Marker dabei.

Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Sondern deinem Kopf zu signalisieren: Wir sterben hier nicht. Ich hab das im Griff. Und selbst WENN was passiert, davon geht die Welt nicht unter.

2. Sag dir: Es geht vorbei und zwar bald

Kurz vor dem Auftritt ist die Nervosität oft am schlimmsten. Mein persönlicher Geheimtipp?

Ich sag mir einfach: In 45 Minuten ist alles vorbei. Oder in 10. Oder in 20. Je nachdem.

Das nimmt dem Moment den Schrecken. Er bekommt ein Verfallsdatum. Und wenn ich weiß, dass es ein Ende hat, kann ich besser damit umgehen. Dann konzentriere ich mich auf das Publikum. Schaue, wo ich kürzen oder vertiefen kann.

Und das Beste: Meistens ist es nachher wie weggeblasen. Zack, vorbei. Huch!

3. Die Generalprobe muss schiefgehen (ja, wirklich!)

Ich mache vor jedem wichtigen Auftritt eine Generalprobe. Aber nicht, um mich zu beruhigen. Sondern, um etwas bewusst nicht hinzukriegen.

Wenn etwas danebengeht, sei es ein Versprecher, ein technischer Aussetzer oder ein Blackout, dann weiß ich: Gut. Jetzt hab ich’s hinter mir.

Denn: Wenn die Generalprobe perfekt läuft, sagt dein Gehirn: Wird schon. Und lehnt sich zurück. Wenn etwas schiefläuft, bleibt dein Gehirn wach. Es merkt sich die Stolpersteine und weicht ihnen im Echtfall gezielt aus.

Ich mache diese Probe manchmal sogar mit VR-Brille vor einem virtuellen Publikum, das mein Sprechtempo, meine Pausen und meinen Blickkontakt bewertet. Und wenn ich mich bereit fühle, sage ich: So. Jetzt zählt’s. Dann ziehe ich durch. Keine Unterbrechung mehr. Keine Wiederholung. Und auch die muss schief gehen.

Bonus-Gedanke zum Mitnehmen

Lampenfieber ist kein Feind. Es zeigt dir nur: Das hier ist dir wichtig. Wenn du dich gut vorbereitest, deinen inneren Dialog klug steuerst und die Nervosität als Energiequelle nutzt, wirst du Präsenz statt Panik ausstrahlen.

Du musst nicht cool sein. Nur da sein.

Wenn du lernen willst, wie das geht, wie du trotz Lampenfieber sicher wirkst, dein Publikum erreichst und dabei sogar noch Spaß hast, begleite ich dich gern. In einem meiner Präsentationsseminare oder in meiner Online Live Coaching Gruppe.

Dort verwandeln wir deine Nervosität in echte Präsenz und Überzeugungskraft.

Und dieses flaue Gefühl im Magen? Das wird zu deiner persönlichen Antriebskraft. Versprochen.

Noch lieber hörst du Videos anstatt zu lesen? Dann findest du hier die ganze Folge zu diesem Thema:

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Yvonne de Bark ist studierte Schauspielerin und Top-Expertin zum Thema Körpersprache und Wirkung

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