Wie eine Lampenfiebermethode nach hinten losging
„Das ist DEINE Chance. Zu Markus Lanz wird nicht jeder eingeladen!“, sagt mein Literaturagent mit vor Freude aus den Höhlen tretenden Augen. Ich hatte ein neues Buch geschrieben. Und durfte darüber im TV sprechen. Ich unterbreche also meinen Urlaub und fliege nach Hamburg. Kameras bin ich gewohnt, das sollte nicht das Problem sein. Das war auch nicht das Problem. Es war ein viel größeres. Viel tieferes. Viel weiter unten.

Im Studio: Luxus, Pralinen und eiskalte Hände
Studio. Ich betrete den Aufenthaltsraum für die Gäste. Meine Güte, ist das luxuriös. Da gibt es alles, was das Herz begehrt. Essen von herzhaft bis adrett präsentierte Pralinen, Obst, Sandwiches, ach, einfach alles. Ich bin eine der Ersten.
Aber Hunger habe ich nicht. Ich bin aufgeregt. Ich spüre Nervosität immer daran, dass meine Hände eiskalt und schwitzig werden. Sind sie. Wie ein kalter, toter Fisch. Was mach ich nur? Gleich kommt Markus Lanz rein und wird mich begrüßen und dann die anderen Gäste. Ich kann denen doch keinen toten Fisch in die Hand legen!
Der rettende Tipp meines Schauspielcoaches
Da fällt mir ein, was mir mein Schauspielcoach mal gesagt hat: „Trink ein Glas warmes Wasser, das beruhigt das Nervensystem.“
Also gehe ich zu dem jungen Mann, der hinter dem Tresen steht: „Ich hätte gerne ein Glas warmes Wasser.“ „Tee?“ „Nein, bitte nur warmes Wasser.“ „Kommt sofort.“ Er stellt mir eine Tasse auf den Tresen. Ich greife sie und spüre, wie die Hitze durch das Porzellan meine Hände erwärmt. Klasse! So kann ich wenigstens jedem die Hand geben.
Die Methode wirkte zu gut
Die Tür geht auf und Markus Lanz kommt rein. „Hallo Yvonne, schön, dass du da bist!“ Ich strecke ihm meine heiße Hand hin: „Hallo Markus, freut mich, dass ich hier sein darf.“ Es klappt! Die Hand ist heiß und trocken. Zumindest für kurze Zeit. Ich will mehr davon und bestelle mir die nächste Tasse warmes Wasser.
Es wirkt. Aber damit die Wirkung nicht nachlässt, schiebe ich gleich die nächste Tasse hinterher. Und spüre schon, wie die erste Tasse langsam wieder raus möchte.
Plötzlich kommt der Aufnahmeleiter in den Raum und sagt: „Es geht los. Alle zum Verkabeln, bitte! Eins noch ganz wichtig: Markus will die Sendung immer auf jeden Fall durchziehen, es wird also keine Unterbrechung geben.“
Und dann geht alles sehr schnell. Im Gänsemarsch stoppen wir beim Tonmeister und werden verkabelt. Ich blicke mich hilfesuchend um, ob ich nicht vielleicht doch noch schnell… Meine Blase fühlt sich nämlich mittlerweile an wie eine volle Wasserbombe, die noch am Wasserhahn hängt und immer weiter vollläuft. Dann werden uns sofort Plätze zugewiesen, wir setzen uns hin. Der Aufnahmeleiter zählt ein und Markus beginnt mit der Sendung.
75 Minuten. Keine Pause.
Die Sendung dauert 75 Minuten. Weißt du, wie lange 75 Minuten mit einer vollen Blase sind und wie das auf die Konzentration schlägt? Und so war es dann auch. Schlimm, schlimm. DAS passiert mir niiiiie wieder!!!
Warmes Wasser gründet tief
Warmes Wasser vor einem Auftritt hilft wirklich. Es beruhigt den Organismus, entspannt das Nervensystem – und rettet dich vor dem Toten-Fisch-Handschlag.
Aber: Ein Glas reicht. Nicht drei.
Und bitte ohne Sprudel. Ich hab das auch mal ausprobiert. Direkt vor einem Auftritt, ein Glas Sprudelwasser. Du weißt, was dann passiert. Heute lache ich drüber.
Warmes Wasser hilft. Zwei Tage Training helfen mehr.
Wenn du deine Wirkung vor Gruppen oder der Kamera verbessern willst, lade ich dich herzlich zu einem meiner Seminare für mehr Selbstbewusstsein in Präsentationen oder vor der Kamera ein. Dich erwarten zwei intensive Tage, kleine Gruppe und persönliches Feedback.
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Mehr InformationenYvonne de Bark ist studierte Schauspielerin und Top-Expertin zum Thema Körpersprache und Wirkung
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