Yvonne de Bark · Körpersprache-Expertin
Wirken wie ein CEO: 5 Körpersprache-Tricks für sofortige Souveränität
Manche Personen betreten einen Raum und sofort ist klar: die weiß, wer sie ist. Eine Haltung, die sagt: hier bin ich richtig. Das lässt sich trainieren. In diesem Artikel bekommst du fünf Körpersprache-Bausteine, mit denen du auf Anhieb kompetenter und gleichzeitig zugänglicher wirkst. Vom Raumbetreten über den richtigen Stand bis zum Blickkontakt und der passenden Gestik.
Das Betreten des Raumes
Der erste Eindruck beginnt nicht beim ersten Satz, sondern beim ersten Schritt in den Raum. Viele huschen einfach rein, machen sich klein, vermeiden Blickkontakt und flüchten sich zu ihrem Platz. Am liebsten noch schnell den Laptop aufklappen und dahinter verschwinden.
Souverän aber wirkt: Blickkontakt aufnehmen, den Raum aufnehmen, kurz nicken, vielleicht schon von der Tür aus grüßen. Dann mit ruhigen Schritten zum Platz gehen und sich hinsetzen.
Ein kleiner Fun Fact aus der Beobachtung: Die Person mit der höchsten Position im Raum setzt sich häufig als Letzte hin.
Ein Trick fürs Mindset beim Türdurchgang: In Gedanken hängt an jedem Türrahmen deine Lieblingsspeise. Beim Durchgehen richtest du dich auf, um danach zu schnappen, und nimmst das Kinn runter in eine gerade Haltung. Diese kleine mentale Übung verändert die komplette Körperspannung beim Betreten.
Der feste Stand als Signal für Durchsetzungsstärke
Beim Stehen gilt: schulterbreit oder hüftschmal, nicht breiter. Ein zu breiter Stand wirkt schnell dominant statt souverän. Um deine persönliche Breite zu finden, hilft ein kleiner Test: einmal hochspringen und auf beiden Beinen landen. Genau da, wo die Füße dann stehen, liegt in der Regel der passende Stand.
Warum das wichtig ist: Ein fester, gerader Stand signalisiert nach außen und innen Durchsetzungsstärke. Das Gegenstück dazu ist der einbeinige Stand mit lockerem Spielbein, von mir auch liebevoll Fluchtstand genannt. In dieser Position ist der Körper bereit, die Situation schnell zu verlassen, was auch beim Publikum ankommt, meist unbewusst. Das trifft häufig für Situationen zu, in denen sich der Stehende beobachtet fühlt (Bühnensituation).
Ein persönliches Beispiel aus einem RTL-Dreh: Kamera an, Frage kommt, und plötzlich steht man im Fluchtstand, zusammengeknickt, bereit zu fliehen. Ich reagierte schnell (die Kamera lief ja): kurz neu aufstellen, aufrichten, noch einmal von vorne starten. Und tatsächlich fühlt sich ein fester Stand nicht nur souveräner an, er fühlt sich auch besser an.
Kleiner Zusatztipp bei Nervosität: die Zehen leicht in den Boden krallen, sofern die Schuhe geschlossen sind (und das sollten sie im Businesskontext immer sein :). Das gibt ein zusätzliches Gefühl von Bodenhaftung.
Lächeln als Vertrauensanker
Charisma entsteht durch die Mischung aus Wärme und Kompetenz. Wärme kommt vor allem über ein leichtes, entspanntes Lächeln. Wer lächelt, wirkt gelassen, und das entspannt automatisch auch das Gegenüber.
Die Botschaft dahinter: keine Gefahr, hier kannst du dich sicher fühlen. (Ich meine hier nicht das nervöse Kichern. Das ist eine andere Geschichte).
Blickkontakt, der verbindet
Beim Blickkontakt gibt es zwei zentrale Regeln.
Erstens: die Reaktion des Gegenübers lesen. Fängt die Person an zu blinzeln oder wegzuschauen, ist das ein Zeichen für Unwohlsein, dann den Blickkontakt lösen.
Zweitens: Blickkontakt immer mit einem leichten Lächeln kombinieren, sonst wirkt er schnell hart.
Gestik ohne Nervositäts-Signale
Bestimmte Gesten senden unbewusst Unsicherheit. Dazu gehören Hand-zu-Gesicht-Berührungen, Schutzgesten mit dem Arm vor dem Körper oder überkreuzte Beine. All das wirkt weniger kompetent und weniger souverän.
Stattdessen: Hände locker vor dem Bauchnabel ineinander und dann leicht zu dir geklappt. Von dieser Grundposition aus lässt sich entspannt gestikulieren.
Zwei Punkte machen dabei den größten Unterschied.
Erstens: Gesten auch mal stehen lassen, statt ständig in Bewegung zu bleiben.
Zweitens: Die Ellbogen vom Oberkörper lösen. Wer die Ellbogen eng am Körper hält, nimmt sich unbewusst den Raum, der ihm eigentlich zusteht, nicht. Ellbogen raus, Haltung gerade, das ergibt den entspannten, offenen Auftritt, der gleichzeitig kompetent wirkt.
Fünf Bausteine für einen souveränen Auftritt
Der bewusste Raumeinstieg mit Blickkontakt und ruhigen Schritten, der feste schulterbreite Stand, das leichte Lächeln in Kombination mit gehaltenem Blickkontakt, eine offene und ruhige Gestik ohne Schutzhaltungen. Jeder dieser Punkte lässt sich einzeln üben und wirkt schon nach kurzer Zeit spürbar.
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