Warum Kugelschreiber-Klicker NIEMALS befördert werden
Wir alle kennen es: In einem wichtigen Meeting klickt der Kollege ununterbrochen mit dem Kugelschreiber, im Wartezimmer wippt jemand nervös mit dem Fuß oder wir erwischen uns selbst dabei, wie wir ständig an unseren Haaren zwirbeln.
Dieses sogenannte Fidgeting, das unbewusste Zappeln und Nesteln mit Händen, Füßen oder Gegenständen, ist so allgegenwärtig, dass die meisten es bei sich selbst gar nicht mehr wahrnehmen.
Was eine Studie über Zappeln herausgefunden hat
Eine aktuelle Studie zeigt: Diese kleinen Gesten haben eine massive Auswirkung darauf, wie unsere Persönlichkeit eingeschätzt wird, und das leider nicht immer zum Positiven.
Forschende untersuchten in einem Experiment mit 388 Teilnehmenden, wie Menschen wahrgenommen werden, wenn sie während einer neutralen Tätigkeit (in diesem Fall eine Runde Dame-Spiel) zappeln.
Das Ergebnis ist eindeutig
Obwohl die Situation völlig neutral war, reichte das bloße Zappeln aus, um das Urteil der Beobachter systematisch zu verändern.
Die Studie zeigt deutlich, dass Personen, die während einer neutralen Tätigkeit ruhig bleiben, systematisch als gewissenhafter, verträglicher und emotional stabiler eingeschätzt werden. Verhaltensweisen wie das Manipulieren von Objekten, Selbstberührungen (z. B. im Gesicht oder an der Kleidung) und das Wippen mit dem Fuß werden als besonders störend identifiziert.
Die 4 größten Auswirkungen auf dein Image
Höhere Emotionalität
Wer zappelt, wirkt sofort ängstlicher, reaktiver und weniger stabil. Beobachter interpretieren die Bewegungen als Zeichen von innerer Unruhe oder Überforderung.
Geringere Gewissenhaftigkeit
Fidgeting wird oft mit Unorganisiertheit oder mangelnder Selbstdisziplin gleichgesetzt. Man traut den Personen weniger zu, Aufgaben strukturiert und fokussiert zu verfolgen.
Geringere Verträglichkeit
Zappelnde Personen werden als weniger freundlich wahrgenommen. Es scheint fast so, als würde die Unruhe als soziale Distanzierung oder mangelnde Kooperationsbereitschaft gedeutet.
Weniger Offenheit
Auch die intellektuelle Neugier und Offenheit für neue Erfahrungen wird bei Fidgetern geringer eingeschätzt. Interessanterweise spielt das Geschlecht dabei kaum eine Rolle für den allgemeinen Trend: Sowohl zappelnde Männer als auch Frauen kämpfen mit diesen Vorurteilen.
Warum ist das im Alltag wichtig?
Stell dir vor, du sitzt im Vorstellungsgespräch. Du bist vorbereitet, kompetent, motiviert. Aber deine Hand wandert immer wieder zum Stift. Du tippst. Klickst. Drehst.
Die Person gegenüber hat längst entschieden: zu nervös. Zu wenig belastbar. Du hast noch keinen Satz gesagt und schon verloren.
Das gilt beim Gehaltsgespräch genauso wie beim Kundenmeeting oder Arztbesuch . Wir bewerten die Professionalität unseres Gegenübers oft unbewusst anhand dieser nonverbalen Signale.
Wie kannst du das ändern?
Das Ziel ist nicht, einen Roboter zu mimen. Es geht darum, deinen Körper bewusst zu führen, statt ihn auf Autopilot laufen zu lassen.
Bewusstsein schaffen
Fidgeting ist oft ein Ventil für Stress oder Langeweile. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Bewegungen eine „Sprache“ sprechen, die wir nicht immer kontrollieren, die aber von anderen laut und deutlich gehört wird.
Bewusstsein schärfen
Beobachte dich eine Woche lang in Meetings, Gesprächen, Wartesituationen. Was macht dein Körper, wenn du nervös bist? Hände? Füße? Gesicht? Kennt man sein Muster, verliert es einen Großteil seiner Macht.
Übung, die helfen nicht zu zappeln
Die „Home Position“ (Anker-Position)
Lege deine Hände in einer entspannten, aber festen Position ab (z. B. gefaltet auf dem Tisch oder locker auf den Oberschenkeln). Diese Position dient als „Anker“. sobald du merkst, dass deine Hände wieder auf Wanderschaft gehen, holst du sie zurück. Kein Drama, einfach zurück.
Die 4-7-8-Atemtechnik
Die 4-7-8-Technik klingt sperrig, wirkt aber schnell: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen. Das beruhigt das Nervensystem – und damit auch den Bewegungsdrang. Ideal vor Situationen, in denen Ruhe zählt.
Zappeln – aber unsichtbar
Und für alle, die nicht aufhören können, kommt hier noch ein kleiner Geheimtipp: Wenn der Drang zu zappeln zu groß wird, drücke deine Zehen fest in den Schuh oder spanne kurz deine Oberschenkelmuskulatur an. Diese kontrollierte Muskelanspannung baut Energie ab, ohne dass es für Außenstehende als unruhiges Zappeln sichtbar ist.
Was du heute mitnimmst
Dein Körper spricht. Immer. Die Frage ist nur, was er gerade sagt und ob das zu dem passt, was du vermitteln willst.
Zappeln ist kein Charakterfehler. Aber es ist ein Signal, das andere lesen, ob du willst oder nicht. Und wer weiß, wie es gelesen wird, kann entscheiden, ob er es senden möchte.
Wissen allein verändert aber noch keine Gewohnheit. Was wirklich hilft, ist jemand, der auf dich schaut. Nicht auf eine Gruppe von tausend Leuten, sondern auf dich persönlich.
In meinem ‚Wirke wie du willst‘-Club begleite ich dich persönlich: mit einer 33-Tage-Challenge, die jederzeit startet, Live-Coaching direkt mit mir, persönlichem Feedback auf deine Videos und Vortragsaufnahmen. Und einer kleinen, feinen Gruppe, die genau dieselben Fragen hat wie du. Keine große Maschinerie. Ich bin die ganze Zeit dabei.
Wenn du weißt, dass du an deiner Wirkung arbeiten willst, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt: Hier geht’s zum Club!
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Yvonne de Bark ist studierte Schauspielerin und Top-Expertin zum Thema Körpersprache und Wirkung
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