Yvonne de Bark · Körpersprache-Expertin
Sympathisch wirken: Der 2-Minuten-Spiegeltrick, der dich zum Meetingliebling macht
Dein Blick ist fokussiert, dein Kopf arbeitet, du hörst genau zu. Und dann fragt jemand im Videocall: „Ist alles okay bei dir?“. Und du denkst: „Ja klar, ich bin voll bei der Sache!“
Wie du wirklich wirkst
Wie du wirklich wirkst
Es liegt an deinen Mundwinkeln.
Probier gleich mal etwas aus. Schau in einen schwarzen Bildschirm oder in einen Spiegel und entspanne dein Gesicht komplett. Bei den meisten Menschen zeigen die Mundwinkel im Ruhezustand leicht nach unten. Nur wenige haben von Natur aus Mundwinkel, die nach oben zeigen.
Genau diese Position sorgt dafür, dass ein konzentrierter Blick im Videocall schnell traurig oder abweisend wirkt. Manche nennen das „resting face“. Dein konzentriertes Gesicht ist einfach dein normales Gesicht. Im Videocall kommt davon aber eine andere Botschaft an, als du eigentlich sendest.
Warum unser Lächeln oft schwächer wirkt, als wir denken
Wenn du dir vornimmst zu lächeln, fühlt sich das an, als würdest du über das ganze Gesicht strahlen. Tatsächlich bewegen sich deine Gesichtsmuskeln dabei oft nur minimal. Dein Gehirn gibt das Kommando „lächeln“, bei deinem Gegenüber kommt davon manchmal aber kaum etwas an.
Das erklärt, warum du dich im Meeting freundlich fühlst und trotzdem gefragt wirst, ob alles in Ordnung ist. Die Lücke zwischen Gefühl und Wirkung lässt sich zum Glück ziemlich einfach schließen.
So lernst du in 2 Minuten, sympathisch zu wirken
4 Schritte, mit denen du dein Lächeln besser wahrnimmst und freundlicher wirkst:
Stell dich vor einen Spiegel und schließ die Augen.
1. Denk dir ein Lächeln, ganz wie es sich für dich richtig anfühlt.
2. Halte die Mundwinkel in dieser Position fest und mach die Augen wieder auf.
3. Schau genau hin: Ist das Lächeln im Spiegel so groß, wie du es dir vorgestellt hast?
4. Bei den meisten fällt das Ergebnis deutlich kleiner aus als erwartet. Das ist die Diskrepanz zwischen Gefühl und Realität, um die es hier geht.
Im zweiten Durchgang gehst du wieder vor den Spiegel und ziehst die Mundwinkel jetzt bewusst nach oben, so lange, bis es im Spiegel wirklich wie ein Lächeln aussieht. Das fühlt sich in diesem Moment vermutlich leicht übertrieben an.
Sympathisch wirken, aber bitte mit Maß
Im Meeting selbst geht es nicht darum, durchgehend zu grinsen. Ein freundliches Lächeln zwischendurch und ein bisschen Nicken reichen oft schon, um sympathischer zu wirken.
Wenn du die Mundwinkel etwas anhebst, sendet das übrigens auch positive Signale ans Gehirn. Dadurch kann sich sogar deine eigene Stimmung im Call heben.
Zu viel des Guten kann allerdings auch wieder irritieren. Ich habe selbst mal einen Job nicht bekommen, weil ich im Akquisegespräch offenbar zu viel gelächelt habe. Es gibt also durchaus ein Zuviel.
Ein Tipp für größere Online-Meetings: Wer gerade spricht oder präsentiert, achtet selten auf alle Gesichter gleichzeitig, aber positive Signale aus dem Publikum bleiben trotzdem im Gedächtnis. Wer positive Energie ausstrahlt, bleibt bei anderen im Gedächtnis.
Ungefähr doppelt so hoch wie in einem normalen Gespräch. Ja, wirklich. Was sich für dich in dem Moment übertrieben oder albern anfühlt, kommt beim Zuschauer als genau die richtige, sympathische Energie an.
4. Sprich zu einer einzigen Person
Der häufigste Fehler: Viele sprechen gedanklich zu einer anonymen Masse. Das schnürt die Kehle zu und macht unsicher.
Wähle stattdessen eine konkrete Person und sprich direkt zu ihr. Du wirst sofort natürlicher, persönlicher und lockerer.
Häufige Fragen zum Spiegeltrick
Wie lange dauert der Spiegeltrick?
Zwei Durchgänge vor dem Spiegel reichen, das dauert etwa zwei Minuten.
Muss ich den Trick vor jedem Meeting wiederholen?
Einmal trainiert, kennst du dein neues Gefühl für die Mundwinkelhöhe und rufst es im Meeting direkt ab, ohne erneut vor den Spiegel zu müssen.
Wirkt der Trick auch bei Präsenzterminen, nicht nur im Videocall?
Ja, die Mundwinkel-Stellung und ihre Wirkung auf andere gelten genauso im persönlichen Gespräch.
Souveränes Auftreten erfordert Übung
Wenn du an deiner Wirkung vor Gruppen arbeiten willst, komm in mein Präsentationsseminar „Wirke wie du willst“.
In diesem Seminar entwickelst du nicht nur Wissen, du trainierst Präsenz, Selbstvertrauen und echte Wirkung. Du wirst gefordert, gefördert und bekommst direkt anwendbare Werkzeuge für deinen nächsten Auftritt:
Spontanrede: souverän reagieren, wenn du plötzlich vorne stehst
Vortragsbeginn: überzeugend starten und alle mitreißen
Vortragsende: stark abschließen und im Kopf bleiben
Körpersprache: Haltung, Gestik und Mimik gezielt einsetzen
Rhetorische Mittel: die dich sofort souverän wirken lassen
Schlagfertigkeit: auf Fragen, Zwischenrufe oder Angriffe reagieren
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